Tierheim Kandelhof

Schluss mit Katzenelend - Bitte lassen Sie Ihre Freigänger-Katze kastrieren!

Streunerkatzen gehören in Deutschland nicht zum alltäglichen Straßenbild. Man sieht sie nicht, weil sie scheu sind und sich verstecken. In Abbruchhäusern, auf Friedhöfen, in alten Fabrikgeländen, in längst verlassenen Gebäuden. Doch auch in unserem reichen und zivilisierten Land sind sie allgegenwärtig. Mindestens  zwei Millionen herrenloser Samtpfoten gibt es in Deutschland, die meisten von ihnen unkastriert. Unter ungeahnt schwierigen Bedingungen, oft von Krankheit und Hunger gekennzeichnet, müssen diese Tiere tagtäglich ums Überleben kämpfen. Viele dieser Katzen sind Nachkommen unserer behüteten Hauskatzen mit Freigang.  Das heißt, jede unkastrierte Samtpfote die nach draußen darf, trägt zur Verschlimmerung des Elend unter den herrenlosen Streunern bei. Zwei bis vier Würfe kann eine geschlechtsreife Katze (ab dem 7. Lebensmonat!) mit jeweils vier bis acht Jungen zur Welt bringen. Wenn die Katze nur zweimal im Jahr Nachwuchs zur Welt bringt, wächst die Population innerhalb von sieben Jahren auf 420.000 Tiere an. 

Nicht umsonst beherbergt auch unser Tierheim Kandelhof in Krebes ständig weit über einhundert Kater und Katzen. Die Tiere werden uns zum Teil als Fundtiere gebracht, zum Teil landen sie in Kartons oder Tüten verpackt einfach vor unserer Tür. Alle aufgenommen Samtpfoten werden ärztlich versorgt, kastriert und dann liebevoll bis zu ihrem Umzug in ein endgültiges Zuhause verwöhnt. Leider werden ständig mehr Tiere zu uns gebracht, als wir vermitteln können. Wer also darüber nachdenkt, sich eine Katze ins Haus zu holen, sollte auch immer daran denken  in den örtlichen Tierheimen nachzufragen.

Um das Elend der Straßenkatzen nachhaltig einzudämmen und damit auch die Anzahl der in Tierheimen lebenden Tiere zu verringern, fordern Tierheime und Tierschützer schon seit langem, dass die Kastration, Kennzeichnung und Registrierung der Tiere gesetzlich festgeschrieben wird. Bis dahin ist neben den Kommunen (finanzielle Unterstützung von Tierheimen und Katzenauffangstationen) auch jeder Einzelne von uns gefordert. Deshalb an dieser Stelle unsere Bitte an alle Katzenbesitzer - lassen Sie ihre Katze oder ihren Kater unbedingt kastrieren, wenn diese Freigang haben. Der Eingriff ist relativ unkompliziert und keine Angst, das Wesen ihres geliebten Tieres ändert sich nicht negativ. Im Gegenteil, Kater werden anhänglicher und ruhiger, behalten aber ihren Charakter. Bei den weiblichen Tieren bleibt nur die Unruhe aus, die die Rolligkeit mit sich bringt. Helfen Sie uns so dabei, dass sich die Anzahl der wildlebenden Streunerkätzchen verringert und weniger Tiere leiden müssen. 
Klären Sie bitte auch andere Katzenbesitzer auf! Wenn Sie herrenlose Katzen in der Nachbarschaft haben, dann heißt es Verantwortung übernehmen - Füttern allein reicht nicht, Kastrieren ist der einzige, tierfreundliche Weg!

Weitere Infos zum Thema finden Sie z. B. hier: https://media.4-paws.org/0/5/6/7/056743319c4acab67c014f535d4c03fbaf12f6d5/VIER_PFOTEN_Streunerkatzen_de.pdf