Tierheim Kandelhof

Goldi, Golden Retriever, geb. 2012 - Schulterhöhe 55 cm





 

"Im Leben geht es nicht darum zu warten, dass das Unwetter vorüber zieht, sondern zu lernen, im Regen zu tanzen." (unbekannt)


Auch unser Goldi liebt das kühle Nass. Er mag es, im Regen spazieren zu gehen und zu tanzen. Deshalb hat es Goldi auch gar nichts ausgemacht, ein Fotoshooting bei Regen zu absolvieren. Dass Goldi nun auf den Fotos ein bisschen zerzauster aussieht, als wenn er trocken und frisch gekämmt ist,
macht ihn nur noch ein Stückchen liebenswerter. Finden Sie nicht auch?

Goldi wurde einst von seinen Menschen ausgesucht, weil er der „Schönste“ und der „Größte“ war. Leider hat er seit dem Einzug in seine Familie viel ertragen und erdulden müssen. Enttäuschung,Traurigkeit, Schmerzen. Die Erziehungsmethoden innerhalb der Familie waren unterschiedlicher, wie sie nicht hätten seien können. Goldi war völlig verwirrt, mal hieß es "Hü", mal hieß es "Hott". Die ganze Familie versuchte abwechselnd den Hund zu „formen“. Aufgrund der unterschiedlichen Methoden, die man anwandte, geriet Goldi zusehends unter Druck. Positive Bestärkung in Form von Lob und Leckerli durfte Goldi bisher nicht kennenlernen. Nur Bestrafung in unterschiedlichen Facetten hat er erlebt. Es gab winzige Momente, da konnte und wollte Goldi sich freuen, wie ein normaler Vierbeiner. Doch Goldi durfte nicht hippelig sein und sich freuen. Goldi hatte sich zu benehmen. Gerne hätte Goldi Kontakt zu Kindern aufgenommen und mit ihnen gespielt. Goldi wurde verboten, in die Nähe der Kinder zu gehen. Noch heute leidet Goldi unter all diesen Erziehungsmethoden, besonders Männer beäugt er dabei mit großer Vorsicht.
Geistige und körperliche Auslastung waren für Goldi bisher ein Fremdwort. Die Folge war, dass dieser intelligente, temperamentvolle Retriever ständig unter "Dampf" stand. Goldi wollte so gerne geistig und körperlich gefordert werden, er wartete nur auf den einen Befehl, langweilte sich aber stattdessen tagaus, tagein und wusste mit dem aufgestauten Druck nicht wohin.
Auch mit Artgenossen durfte Goldi nicht viel zu tun haben, nur bedingt kennt er andere Hunde. Sozialverhalten gegenüber seinesgleichen konnte Goldi nie lernen. Sein Körperbewusstsein blieb dabei auf der Strecke. Die Folge ist bis heute, dass er sich von manchen Artgenossen sofort distanziert bzw. vor ihnen kuscht, andere wiederum pöbelt er an, spielt sich auf. Goldis Kopf schwirrt. Einzelhaft war oft sein Leben, in jeder Hinsicht.
Doch nun sucht Goldi Menschen, die ihm das geben, was er so lange vermisst hat. Liebe, Zeit, Geduld und Verständnis. Eine positive, konsequente, aber liebevolle Erziehung. Ganz wichtig für Goldi ist, dass er zu 100% in die Familie integriert wird, er ein vollwertiges Mitglied der Familie sein darf. Daneben wünscht er sich aber auch Rückzugsmöglichkeiten, wenn er einfach mal nur allein ein bisschen träumen möchte. Gerne würde Goldi noch viel lernen, vielleicht mit seiner Nase arbeiten. Goldi möchte wieder Spaß am Leben haben, im Sommer in den See schwimmen gehen, im Herbst bei Regen lange Spaziergänge unternehmen, im Winter sich im Schnee wälzen ..... Goldis neue Familie sollte ruhig und gelassen sein, laute Geräusche und Hektik verstören ihn. Goldi ist sehr lernwillig, benötigt aber dazwischen Pausen. Keine Überforderung, ganz kleine Fortschritte sind ok. Und dazwischen immer wieder ganz viel Lob. Goldis Menschen, die sich in Zukunft um ihn kümmern möchten, sollten Hundeerfahrung mitbringen, Sicherheit ausstrahlen und ihm Halt geben. Goldi muss wissen, dass seine Menschen für ihn da sind und ihn auch beschützen. Vor allem sollten sie viel Verständnis für Goldi haben, immer daran denken, wie er die ersten Jahre seines Lebens verbringen musste. Goldi muss nun lernen, dass es auch anders geht, viel besser. Doch das benötigt Zeit. Kinder sollten zum neuen Haushalt nicht gehören, er kann Kinder nicht einschätzen, Kinder würden ihn überfordern und verwirren. Goldi ist gechipt, geimpft und kastriert.


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