Tierheim Kandelhof

Vermittlung von Tieren

Wir freuen uns, dass Sie sich mit dem Gedanken tragen, ein Tier aus dem Tierheim bei sich aufzunehmen. Unter dieser Rubrik möchten wir Ihnen einige unserer Tiere vorstellen. Die hier gezeigten Tiere sind aber längst nicht alle, sondern stehen stellvertretend für alle Tiere im Tierheim. Zunächst möchten wir Ihnen aber ein paar grundlegende Informationen zur Vermittlung unserer Tiere geben.
 
 

Ein Tier aus dem Tierheim:
Viele Menschen glauben, dass ein Tier aus dem Tierheim automatisch bestimmte Macken hat. Doch dem muss nicht so sein. Allerdings hat ein Tier aus dem Tierschutz natürlich immer eine Vergangenheit.

Warum ein Tier im Tierheim landet, kann viele Gründe haben. Beispielsweise werden manche Tiere wegen Krankheit oder Tod des Besitzers abgegeben oder weil der Besitzer umziehen muss und das Tier nicht mitnehmen kann, bei anderen handelt es sich um Scheidungsopfer, wieder andere wurden abgegeben, weil ihre Besitzer sie unüberlegt angeschafft haben und/oder sie mit ihnen bzw. ihrer Haltung überfordert waren. Daneben gibt es natürlich Tiere, die aus einer schlechten Haltung stammen (z. B. Tiere von Animal Hoardern) oder sogar misshandelt wurden. Und natürlich sind im Tierheim Tiere zu finden, die ausgesetzt wurden oder ausgerissen sind, als Fundtiere ins Tierheim kamen und deren Vorgeschichte uns gänzlich unbekannt ist.

So unterschiedlich die Hintergründe der einzelnen Tiere sind, so unterschiedlich ist auch deren Verhalten, so unterschiedlich gut sind sie erzogen usw. Insbesondere Interessenten für unsere Hunde kommen oft mit der Vorstellung ins Tierheim, dass die Tiere trotz der vermuteten Macken perfekt erzogen sind. Das ist durchaus bei dem einen oder anderen Hund der Fall. Aber je nach Vorgeschichte gibt es auch Hunde, die sehr ängstlich sind, nicht an der Leine laufen können und für die Sitz und Platz Fremdwörter sind. Aber mit ein wenig Geduld und Training können hier große Erfolge erzielt werden und die Dankbarkeit dieser Tiere ist unendlich groß.

Soweit uns die Vorgeschichte der Tiere bekannt ist, werden wir Sie Ihnen natürlich mitteilen, damit Sie sich so gut wie möglich auf das jeweilige Tier einstellen können. Mitunter können wir Ihnen aber mangels genauer Informationen nur die Beobachtungen mitteilen, die wir im Tierheim gemacht haben.
Überlegungen vor der Adoption:
Neben der Entscheidung, welches Tier überhaupt zu Ihnen passt (ob Hund oder Katze, Nager oder Vogel), sollten Sie sich vor der Adoption eines unserer Tiere genau überlegen, ob Sie auch tatsächlich in der Lage sind, einem Tier ein artgerechtes Zuhause zu geben und ob Sie all seinen Ansprüchen genügen können. Bitte informieren Sie sich daher vor der Anschaffung eines Tieres über dessen Bedürfnisse und die mit der Tierhaltung verbundenen Pflichten (z. B. unter „Tipps zur Haltung“) Bedenken Sie dabei auch, dass das Tier Sie - je nach Lebenserwartung - noch viele Jahre begleiten kann und auch den Lebensabend wohl behütet bei Ihnen verbringen möchte.

Auch die Beantwortung der folgenden Fragen kann helfen, später auftretende Probleme im Zusammenhang mit der Tierhaltung zu verhindern:

  • Sind alle im Haushalt lebenden Personen dazu bereit, das Tier als Familienmitglied zu akzeptieren und sich darum zu kümmern?
     
  • Kann ich den Bedürfnissen des Tieres gerecht werden und habe ich, auch auf lange Sicht, die Zeit dafür?
     
  • Ist die Betreuung des Tieres auch im Urlaub, Krankheitsfall usw. gewährleistet?
     
  • Bei Wohnungshaltung: Ist die Tierhaltung seitens des Vermieters erlaubt?
     
  • Kann ich die Kosten für Futter, Tierarzt, Tierzubehör usw. tragen?
     
  • Gibt es evtl. medizinische Hinderungsgründe für die Anschaffung eines Tieres (z. B. Allergie)?
     
  • Kommen Sie damit klar, wenn das Tier mal etwas kaputt macht und ihre Wohnung mit Tierhaaren dekoriert?
     
  • Steht die Anschaffung eines Haustieres in Einklang mit Ihrer Familien- insbesondere Kinderplanung?
Was uns wichtig ist:
Oft hören wir die Aussage: „Ein Tierheim muss doch froh sein, wenn es ein Tier vermitteln kann.“ Das ist grundsätzlich erstmal richtig, allerdings sollen unsere Tiere es in ihrem neuen Zuhause besser haben als im Tierheim. Wir wollen unsere Tiere daher nicht auf Teufel-komm-raus vermitteln, sondern möglichst in ein passendes, liebevolles neues Zuhause abgeben, wo sie es auf Dauer gut haben und nicht früher oder später weitergereicht werden oder wieder im Tierheim landen.

Aus diesem Grund vermitteln wir keine Tiere in Haltungen, welche von uns als nicht artgerecht eingestuft werden. Dazu zählt bei Hunden u. a. die Zwinger- und Anbindehaltung, denn Hunde sind Rudeltiere, brauchen die Gesellschaft ihrer Menschen und sollen dementsprechend auch als Familienmitglieder behandelt werden. Auch wollen wir Freigängerkatzen nicht in reine Wohnungshaltung vermitteln, Kleintiere nicht in viel zu kleine Käfige und Exoten nur an wirklich erfahrene Halter mit geeigneten räumlichen Voraussetzungen.

Darüber hinaus kann es vorkommen, dass wir aufgrund unserer Erfahrungen mit bestimmten Mensch-Tier-Konstellationen und nach sorgfältiger Abwägung zu der Einschätzung gelangen, dass ein bestimmter Interessent nicht für die Adoption eines bestimmten Tieres geeignet ist. Oftmals ist dies auch einfach eine Gefühlsentscheidung des erfahrenen Tierheimpersonals, welche nicht immer mit Fakten begründet werden kann. Wir bitten dafür um Verständnis. Unser Ziel ist es einzig und allein, für jedes Tier das passende Zuhause zu finden.
Die eigentliche Vermittlung:
Wenn Sie sich nach reiflicher Überlegung für ein Tier entschieden haben, ist von Ihnen eine Selbstauskunft auszufüllen. Diese umfasst Angaben zu Ihrer Person sowie zu Ihren und damit den zukünftigen Lebensumständen des Tieres (z. B. ob Kinder im Haushalt leben oder weitere Haustiere). Zudem möchten wir wissen, ob Ihr Vermieter die Haltung von Tieren erlaubt.
Alle Fragen würden auch in einem normalen Vermittlungsgespräch gestellt werden und haben den Zweck, dass wir uns ein Bild von den zu erwartenden Haltungs- und Lebensbedingungen des Tieres machen können, anhand dessen wir entscheiden können, ob das Zuhause geeignet ist oder nicht. Denn leider kommt es nicht selten vor, dass sich Interessenten ausgerechnet ein Tier aussuchen, welches so gar nicht zu ihnen und den vorhandenen Bedingungen passt.

Unter Umständen besteht auch die Möglichkeit, einer Vermittlung auf Probe. Aber auch eine Vermittlung auf Probe sollte wohlüberlegt sein und nicht nur testhalber erfolgen, um vielleicht mal zu probieren, ob Sie mit der Haltung eines Hundes zurechtkommen. Ihnen sollte bewusst sein, was es für ein Tier bedeutet, wenn die Vermittlung scheitert und es aus seinem vermeintlich neuen Zuhause herausgerissen wird und zurück ins Tierheim muss. Manche verkraften es ganz gut, für andere stellt eine gescheiterte Vermittlung ein traumatisches Ereignis dar, von dem es sich nicht so ohne weiteres erholt. Also gehen Sie bitte auch einen Probevertrag nicht leichtfertig ein.

Steht einer Vermittlung nichts mehr im Wege, wird ein Tierabgabevertrag geschlossen. Mit dem Vertrag verpflichten Sie sich in der Hauptsache zur artgerechten Haltung des Tieres und dazu, das Tier ohne Zustimmung des Tierschutzvereins nicht an Dritte weiterzugeben und nicht zur Zucht zu verwenden.

Für die Vermittlung wird eine Schutzgebühr erhoben – und zwar unabhängig davon, wie lange ein Tier in unserer Obhut war oder ist. Die Höhe dieser Gebühr ist unterschiedlich und richtet sich u. a. nach den erfolgten Impfungen, Kastrationen etc., aber auch danach, wie gut ein Tier vermittelbar ist. Reinrassige Tiere oder Tierkinder z. B. sind etwas teurer - sie müssen mithelfen, das Geld für die Tiere einzubringen, die lange Zeit im Tierheim versorgt werden müssen, weil sie aus irgendeinem Grund nicht so attraktiv oder krank sind. Die Vermittlungsgebühr deckt damit die notwendigen Ausgaben für Futter, medizinische Versorgung und Pflege aller Tiere, denn auch ein Tierheim muss schließlich finanziert werden. Darüber hinaus soll durch die Erhebung einer Schutzgebühr unüberlegten und spontanen Entscheidungen vorgebeugt werden. Mit der Schutzgebühr soll auch sichergestellt werden, dass der neue Besitzer sich das Tier leisten kann und auch bereit ist Geld für dieses aufzubringen, da er auch in Zukunft noch Ausgaben für das Tier (z. B. für Futter und Tierarzt) haben wird.

Zum Schluss möchten wir noch darauf hinweisen, dass wir uns stets das Recht vorbehalten, die Haltungsbedingungen unserer Schützlinge im neuen Zuhause zu überprüfen. Denn leider ist erfahrungsbedingt nicht jeder, der ins Tierheim kommt und sich Tierfreund nennt auch tatsächlich tierlieb. Daher werden in der Regel entsprechende unangekündigte Kontrollen durch unsere Mitarbeiter vorgenommen.
Nach der Vermittlung:
Bitte geben Sie Ihrem neuen Familienmitglied eine gewisse Eingewöhnungszeit. Jedes Tier muss sich erst an seine neue Umgebung und natürlich vor allem auch an Sie gewöhnen. Überfordern Sie das Tier nicht mit zu vielen neuen Eindrücken oder zahlreichen Besuchern, sondern lassen Sie es ganz in Ruhe ankommen. Bei einem Hund kann es vorkommen, dass in den ersten Tagen hin und wieder ein kleines Malheur passiert – das liegt daran, dass es im Tierheim für die Hunde keine festgelegten Gassigehzeiten gibt und da muss „Hund“ die Lektion „Stubenreinheit“ mitunter erst wieder auffrischen.
Ganz wichtig: Wenn Ihr neuer Liebling Sie nicht ganz so schnell ins Herz schließt wie Sie ihn, dann geben Sie ihm bitte die Zeit, die er braucht. Vertrauen muss erst aufgebaut werden und eine Bindung zwischen Ihnen und dem Tier kann erst mit der Zeit entstehen.

Wenn Sie Fragen haben, können Sie sich jederzeit an uns wenden.