Tierheim Kandelhof

Tipps zur Haltung und Pflege von Katzen

 

 Katzen: Grundsätzliches

Katzen: Grundsätzliches

Katzen: Grundsätzliches

Katzen: Grundsätzliches

 

Katzen: Ernährung

Katzen: Ernährung

 

Katzen: Pflege

Katzen: Pflege

 

Katzen: Erziehung

Katzen: Erziehung

Grundsätzliches

 Die Augen einer Katze sind Fenster, die uns in eine andere Welt blicken lassen.“
aus Irland

Katzen sind einzigartige, zauberhafte Geschöpfe, die uns Menschen mit ihrem beruhigenden Schnurren selbst den miesesten Tag vergessen lassen können. Sie gelten als verspielt, anhänglich und verhältnismäßig pflegeleicht, da man mit ihnen nicht wie mit einem Hund regelmäßig spazieren gehen muss und sie auch mal für längere Zeit allein bleiben können. Das macht sie zu sehr beliebten Haustieren. Aber auch für (potentielle) Katzenhalter gibt es einiges zu beachten und zu überlegen.

Bevor man sich für eine Katze als Haustier entscheidet, sollte man sich der langfristigen Verpflichtung und Verantwortung, die man als Katzenhalter übernimmt, bewusst sein, denn Katzen werden im Durchschnitt 12 bis 18 Jahre alt.

Für die Haltung einer Katze benötigen Sie viel Zeit – für Fütterung, Pflege, das Reinigen der Katzentoiletten, Spiel- und Streicheleinheiten. Beachten Sie dabei, dass Katzen Persönlichkeiten sind und absolute Individualisten – Katzen schmusen und spielen gern, aber „Katze“ bestimmt selbst wann und wie lange.

Hinzu kommt wie bei allen Tieren der Kostenfaktor. Die Erstausstattung will bezahlt werden (Futter- und Wassernapf, Kratzbaum, Katzentoiletten [pro Katze zwei, immer ein Klo mehr als Katzen im Haushalt leben], Katzenkörbchen mit Kuscheldecke oder eine andere gemütliche Schlafgelegenheit, Spielzeug, Transportbox, Katzengras, Bürste/Kamm/Fellpflegehandschuh) und auch regelmäßige Ausgaben für Futter, Katzenstreu routinemäßige Tierarztbesuche (Impfen, Vorbeugung/Behandlung von Parasiten) sowie außerplanmäßige Tierarztbesuche (bei Unfall, Erkrankung) kosten Geld.

Überlegen Sie sich bitte vor der Anschaffung, ob Sie eine reine Wohnungskatze möchten oder ob ihre Samtpfote auch Freigang erhalten soll.
Eine Katzenhaltung mit Freigang ist sicherlich die Haltungsform, die den Bedürfnissen einer Katze am besten entspricht, da sie hier ihren Jagdtrieb ausleben, gemütlich in der Sonne dösen und jederzeit aufmerksam durch ihr Revier streifen kann. Vergessen Sie dabei nicht, dass Ihre Samtpfote ein Raubtier ist – über kleine Mitbringsel, wie frisch erlegte Mäuse oder auch Vögel, sollten Sie sich also stets freuen, auch wenn es im Winter die eigens fett gefütterten Meisen sind. Freigang für Ihre Katze sollte allerdings nur in Betracht kommen, wenn Sie eher ruhig und abgelegen wohnen und nicht gerade an einer vielbefahrenen Straße.
Bei einer reinen Wohnungshaltung sind Sie als Halter umso mehr gefragt, die Bedürfnisse der Katze zu befriedigen. Eine Wohnung ist nur ein begrenztes Revier und da kann schnell Langeweile aufkommen. Da können aufregende Jagd- und Beutespiele Abhilfe schaffen, bei denen „Mensch“ aktiv gefragt ist. Oder Sie beschäftigen Ihre Katze mit interessanten Suchspielen oder Clickertraining. Außerdem besteht die Möglichkeit, kleinere Wohnungen und damit Katzenreviere durch spezielle Strukturierungen, z. B. Catwalks (Katzenpfad aus Regalbrettern oder Bohlen im oberen Wohnbereich) aufzuwerten. Die Lebensqualität einer Wohnungskatze kann auch durch den Zugang zu Balkon oder Terrasse erheblich gesteigert werden – vorausgesetzt Balkon oder Terrasse sind katzengerecht abgesichert. Denn hier kann die Katze an der Außenwelt teilhaben, Vögel beobachten, Geräusche und Düfte wahrnehmen – einfach Eindrücke aus der Welt außerhalb der Wohnung erhalten. Förderlich für das Wohlbefinden der Katze kann auch ein Artgenosse sein – allerdings müssen die beiden Katzen auch zusammenpassen.

Diese Ausführungen sind nur ein paar grundsätzliche Informationen unsererseits zur Haltung von Katzen im Allgemeinen. Wir empfehlen Ihnen, sich darüber hinaus noch umfassend in der Fachliteratur und im Internet schlau zu machen.

Unter all den Geschöpfen dieser Erde gibt es nur eines, das sich keiner Versklavung unterwerfen lässt. Dieses eine ist die Katze.“

Mark Twain

Ernährung
Katzen gehören zu den Fleischfressen. Als Futter benötigen Sie daher hochwertige tierische Eiweiße und Fette. Qualitativ hochwertige Fertignahrung enthält alle notwendigen Nährstoffe in ausgewogener Zusammensetzung. Essensreste sind für Katzen aufgrund der ungünstigen Zusammensetzung und der Gewürze ungeeignet. Ebenso ungeeignet ist Hundefutter, da dieses den hohen Bedarf des für Katzen wichtigen Taurin nicht abdeckt.

Die optimale Nahrung für Katzen sind Mäuse. Da somit die Rohernährung für Katzen am besten wäre, können Sie Ihrem Minitiger hin und wieder auch rohes Fleisch reichen – allerdings kein rohes Schweine- oder Geflügelfleisch. Durch rohes Schweinefleisch können sich Katzen mit dem gefährlichen Aujeszky-Virus, durch rohes Geflügel mit Salmonellen infizieren. Viele Katzen lieben auch Fisch, welcher gekocht, gedünstet oder gebraten gefüttert werden sollte. Auch rohes Obst oder Gemüse kann mit unter das Futter gemischt werden.

Vorsicht ist bei Milch geboten, da manche Katzen die Laktose schlecht vertragen und mit Verdauungsproblemen auf die Fütterung mit Milch reagieren. Es gibt aber spezielle Katzenmilch, die gerne angenommen wird.

Frisches Wasser sollte für Katzen immer zur Verfügung stehen. Außerdem ist Katzengras sehr wichtig. Für freilaufende Katzen genügt aber das Gras auf der Wiese.
Pflege
Zur Pflege der Katze gehören die Fellpflege (je nach Fellbeschaffenheit mehr oder weniger oft), das Kontrollieren auf mögliche äußere und innere Parasiten und ihre sofortige Bekämpfung sowie die Augen-, Ohren- und Krallen- Pflege. Gegebenenfalls kommt die Zahnpflege hinzu. Futter- und Liegeplätze sollten stets sauber gehalten werden. Da Katzen sehr reinliche Tiere sind, ist die Reinigung der Katzenklos besonders wichtig. Die Katze zu baden, ist in der Regel nicht erforderlich, da sie die Körperpflege selbst übernimmt.

Zum Impfen und zur Vorsorge/Behandlung von Parasitenbefall stehen Tierarztbesuche auf dem Programm (auch bei Wohnungskatzen sind einige Impfungen zwingend erforderlich, da viele Krankheiten auch durch den Menschen – über Schuhe oder Kleidung – übertragen werden können). Zieht sich die Katze zurück, das Fell wirkt stumpf, sie hechelt, speichelt oder hat Durchfall, ist ein Besuch beim Tierarzt ebenfalls dringend erforderlich.

Weiterhin zur Pflege gehört der Schutz der Katze vor möglichen Gefahrenquellen. Lassen Sie Ihre Fenster bitte nicht gekippt; die neugierigen Stubentiger könnten darin eingeklemmt werden und schwerste Verletzungen davontragen (sog. Kippfenstersyndrom). Auch ungesicherte, nicht vernetzte Balkone stellen eine Gefahrenquelle für Katzen dar. Des Weiteren gibt es eine ganze Litanei an für Katzen giftigen Pflanzen (wobei selbst an sich ungiftige Blumen und Pflanzen mit schädlichen Dünge- oder Schädlingsbekämpfungsmitteln behandelt sein können). Reinigungsmittel und Gießkannen mit Blumendünger sollten immer katzensicher weggeräumt werden. Viele Duft- und Aromalöle (auch natürliche wie z. B. Zimtöl, Teebaumöl, Thymianöl und Oreganoöl), Raumerfrischer oder Räucherstäbchen können für Katzen beim Einatmen oder Anknabbern gefährlich sein. Teebaumöl eignet sich aus diesem Grund nicht für die Flohbekämpfung. Ausdünstungen von Farben, Lacken oder Klebern sind für Katzen ebenfalls gesundheitsschädlich (beim Renovieren die Katze also ggf. vorübergehend umquartieren). Plastiktüten sollten in einem Katzenhaushalt wegen der Erstickungsgefahr nicht offen herumliegen. Vorsicht auch bei heißen Elektroherdplatten und offenen Waschmaschinen/Wäschetrocknern!

Katzen sollten aufgrund der vielen Gefahrenquellen schon früh lernen, dass bestimmte Haushaltsgeräte und -gegenstände tabu sind. Hierfür eignet sich z. B. das Clickertraining.
Erziehung
Katzen sind sehr eigensinnige, selbständige und unabhänige Tiere, aber sie sind durchaus bereit zu lernen und sich erziehen zu lassen. Sie lernen sogar sehr leicht und sehr schnell, da sie sehr gute Beobachter und Nachahmer sind. Katzen reagieren auch auf bestimmte Rufe, kennen ihren Namen und wissen bei bestimmten Wörtern (z. B. „nein“, was der Mensch meint. Ob sie aber darauf hören, hängt davon ab, ob es ihnen gerade passt oder nicht. Damit müssen sie als Katzenhalter einfach leben.

Wichtig bei der Katzenerziehung ist es, sanft, aber konsequent zu sein und der Katze zu zeigen, dass es sich lohnt, das zu machen was der Mensch möchte bzw. das zu lassen, was der Mensch nicht möchte und ihr dafür Alternativen zu bieten (z. B. einen tollen Kratzbaum, wenn „Katze“ sich an Ihren Möbeln oder Gardinen vergeht).

Katzen lieben es z. B., auf Tischen zu sitzen, weil sie von oben den idealen Überblick haben. Wenn man das nicht möchte, hilft es nur, die Katze immer wieder behutsam auf den Boden zu setzen und ihr besonders leckeres Essen nie auf dem Tisch, sondern stets am normalen Futterplatz oder auf dem Kratzbaum zu geben. Als Alternative zum Ausguck auf dem Esstisch kann ein gemütlicher Aussichtsplatz am Fenster eingerichtet werden, ein hoher Kratzbaum kann ebenfalls hilfreich sein

Vor allem lernen Katzen, wenn ihnen etwas Spaß macht und nicht etwa um dem Menschen zu gefallen. Man sollte sie also spielerisch erziehen, dabei geduldig sein und versuchen, gewisse kätzische Eigenarten einfach zu akzeptieren und vielleicht sogar schätzen zu lernen.